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EU-Recruiting: Ein Markt im Ungleichgewicht

In Deutschland fehlen Fachkräfte

Der Begriff Fachkräftemangel ist in der deutschen Wirtschaft längst kein Fremdwort mehr. Im Mai 2021 fehlten deutschlandweit 268.786 qualifizierte Arbeitskräfte. Ob in der Pflege, dem Handwerk oder in technischen Berufen; immer mehr Unternehmen suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern.

Deutschlandweit sahen sich im Juli 2021 laut KfW-ifo-Fachkräftebarometer 34,6 % aller Unternehmen durch den Fachkräftemangel beeinträchtigt. Das ist der zweithöchste Wert, der in Deutschland jemals gemessen wurde. Der Fachkräftemangel ist real und kann bei guter Auftragslage schnell zur Problematik werden. Auch Unternehmen aus Bereichen, in denen fachliche Qualifikationen zwar hilfreich sind, aber keine Notwendigkeit darstellen, beklagen den Bewerbermangel. Der deutsche Arbeitsmarkt steht derzeit im Ungleichgewicht zum Bewerbermarkt. Ein akutes Entgegenwirken kann in vielen Fällen durch Zuwanderung aus dem Ausland erfolgen, doch die Hürden für potenzielle Bewerber und Bewerberinnen aus dem Ausland sind groß. Abgesehen von den rechtlichen Rahmenbedingungen wie das Erfordernis eines Visums oder einer Berechtigung, um in Deutschland zu leben und zu arbeiten, stellt bereits das Bewerbungsverfahren eine Herausforderung dar. Insbesondere in Bezug auf das Bewerbungsverfahren unterscheiden sich die Prozesse sowie einzureichenden Unterlagen je nach Land teilweise erheblich.

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Andere Länder, andere Sitten, andere Sprachen

Jedes Land hat nicht nur seine eigene Sprache, sondern auch seine eigenen Bewerbungsstandards. Viele der potenziellen EU-Zuwanderer sprechen weder deutsch noch englisch. Um ausländische Fachkräfte für eine Tätigkeit in Deutschland zu überzeugen, gilt es Sprachbarrieren zu überwinden und den Rekrutierungsprozess je nach Zielland an die gewohnten Prozesse anzupassen. Während in Großbritannien aufgrund der Gleichberechtigung beispielsweise ein Bewerbungsfoto als unprofessionell angesehen wird, benötigt eine gute Bewerbung in Deutschland noch immer eins, auch wenn das Bewerbungsfoto hierzulande keine Pflicht mehr ist. Auch die Art der Ansprache unterscheidet sich von Land zu Land. In Spanien wird im Vergleich zu Deutschland ein lockererer Umgang miteinander gepflegt. Eine Du-Sie-Unterscheidung findet dort in der Praxis kaum statt. Daher sollten die Bewerbungsprozesse und die Anforderungen an Bewerber*innen auf die Zielgruppe abgestimmt sein.

Wie wird rekrutiert?

Insbesondere in Ländern mit einer hohen Arbeitslosenquote haben Bewerber:innen die Bereitschaft auch im Ausland nach beruflichen Perspektiven zu suchen. Mehr als 2,3 Millionen EU-Ausländer:innen waren 2020 in Deutschland erwerbstätig. Davon waren mehr als 800.00 aus Spanien. Um dem Bewerbermangel entgegenzuwirken rekrutiert zum Beispiel das Unternehmen Piening Personal Mitarbeiter*innen aus Spanien. Da die Arbeitslosenquote dort insbesondere bei jüngeren Menschen sehr hoch ist, haben Spanier*nnen eine hohe Bereitschaft auch im Ausland nach beruflichen Perspektiven zu suchen. Erreicht werden die potenziellen Bewerber:innen über die landestypischen Jobbörsen sowie durch das Empfehlungsmarketing. Denn zufriedene Mitarbeiter aus dem Ausland berichten positiv in ihrer Heimat, wodurch das Interesse auch bei anderen geweckt wird und Kandidat:innen teilweise sogar selbst auf deutsche Unternehmen zugehen.  

Warum WhatsApp?

Piening Personal setzt bei der Rekrutierung aus Spanien auf den Kanal WhatsApp - und das nicht ohne Grund: WhatsApp stellt die meist genutzte mobile App in Spanien dar und wird von mehr als 11 Millionen Spanier:innen täglich genutzt. Die Benutzung von WhatsApp ist den Jobsuchenden in der Regel bereits vertraut. Weiterhin stellt WhatsApp eine zeitgemäße Kommunikation auf Augenhöhe dar. Dadurch bauen Recruiter bzw. Unternehmen auch schneller und leichter eine Bindung zu Bewerber:innen auf. Gerade dieser Aspekt ist für Bewerber:innen aus dem Ausland sehr wichtig. Denn EU-Bewerber:innen benötigen eine andere Betreuung im Vergleich zu deutschen Jobsuchenden. 

Recruitingkanal als Erfolgsgarant

Einen Unterschied im Wettbewerb um Fachkräfte kann daher bereits die Auswahl des richtigen Rekrutierungskanals machen. PitchYou eröffnet Unternehmen den Bewerbungskanal WhatsApp. 100 Milliarden Nachrichten werden insgesamt täglich über WhatsApp versendet. Im Jahr 2020 nutzten 2 Milliarden Menschen weltweit den Messenger Dienst. Der weltweit bekannte Messenger-Dienst spielt in vielen Ländern bereits eine wichtige Rolle im Alltag und wird aufgrund der einfachen und intuitiven Bedienung von Menschen aller Altersklassen verwendet. Eine Bewerbung über WhatsApp? Das funktioniert! Ein automatisiertes Interview kann individuell auf die Stellenanforderungen des Unternehmens sowie die Bewerbungsstandards des Ziellandes angepasst werden. Das Bewerber-Screening stellt durch individuelle Interviewfragen die für eine Stelle wichtigen Charakteristika heraus. Über eine Chatfunktion können weitere Fragen zwischen Bewerbern und Unternehmen ausgetauscht und beantwortet werden. Dieses Frage-Antwort-Spiel mit Gamification-Charakter erzeugt Spaß beim Bewerbungsverfahren und sorgt dafür, dass rund 87 Prozent aller Bewerber*innen das PitchYou-Interview im Jahr 2021 bisher beendet haben. WhatsApp ist zudem zeitgemäß und ermöglicht eine Kommunikation auf Augenhöhe. Die beidseitige Option der Fragestellung im Anschluss an das automatisierte Interview kann nicht nur weitere Informationen hervorbringen, sondern verdeutlicht auch das Interesse an der Person beziehungsweise dem Unternehmen. Ein integrierter Übersetzer nimmt dabei jegliche Sprachbarrieren. Zudem können Selfies, Videos und auch Fotos von Zertifikaten oder wichtigen Dokumenten eingebunden werden. Unternehmen nutzen selbst kein WhatsApp, sondern PitchYou. PitchYou kann in bereits bestehende ATS Systeme integriert werden oder auch als eigenständiges und schlankes Bewerbermanagementsystem verwendet werden.

Ist es wirklich schon notwendig im Ausland zu rekrutieren?

Definitiv, ja. Der deutsche Bewerbermarkt bietet nicht genug Kandidat:innen. Unternehmen müssen darauf reagieren. Durch die Rekrutierung ausländischer Bewerber:innen können Unternehmen Mitarbeiter-Engpässe vermeiden. Unabhängig von den Qualifikationen profitieren Unternehmen auch in Bezug auf die kulturellen Unterschiede. Denn insbesondere die unterschiedliche Denkweise und Herangehensweise bringt neue und kreative Lösungsansätze für den Berufsalltag mit sich. In Bezug auf die in der Regel hohe Arbeitslosenquote des Herkunftslandes profitieren durch EU-Recruiting sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber und es kommt zu einer Win-Win-Situation.

Webinar-Aufzeichnung

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Referenten: 

Nils Ortmann, Leiter Kommunikation und Marketing @ Piening GmbH

Gunnar Basner, CTO und Co-Founder @ PitchYou